13 Haziran 2025 MagazinStar
Zunehmende Gewalt gegen LGBTQ+ in der Türkei – und das BAMF schaut weg
In der Türkei verschärfen sich die Hassrede und die diskriminierenden Maßnahmen der Regierung gegen die LGBTQ+-Community zunehmend. Das Familienministerium hat kürzlich sogar eine Rundverfügung herausgegeben, die die Verwendung des Begriffs „LGBTQ+“ in offiziellen und öffentlichen Kontexten untersagt. Es existieren keinerlei Gesetze, die queere Menschen schützen – und das hat verheerende Folgen.
Täglich mehren sich Gewalttaten, Übergriffe und sogar Morde an queeren Personen in verschiedenen Teilen des Landes. In einem erschütternden Video ist zu sehen, wie ein junger Mann brutal zusammengeschlagen wird, nachdem bekannt wurde, dass er eine homosexuelle Beziehung hatte. Die Täter bezeichnen ihn als „Mitglied des Volkes von Lot“, schlagen ihn voller Hass und Rachsucht – und kündigen an, auch seinen Partner aufzuspüren und ebenfalls zu misshandeln.
Doch das BAMF (Bundesamt für Migration und Flüchtlinge) in Deutschland verweigert türkischen LGBTQ+-Geflüchteten weiterhin systematisch Schutz. Statt die reale Gefahr anzuerkennen, verlangt es absurde Beweise wie: „Wurden Sie persönlich angegriffen?“ oder „Können Sie nachweisen, dass der Staat Sie nicht schützt?“ – als sei es in einem repressiven Staat wie der Türkei überhaupt möglich, derartige Nachweise zu erbringen, ohne sich selbst in Lebensgefahr zu bringen.
Die Realität ist: Menschen fliehen, um einem Angriff, einem Ehrenmord oder einem staatlich geduldeten Verbrechen zu entkommen. Sie fliehen, um zu überleben – nicht erst, wenn sie schwer verletzt wurden.
Das BAMF Hamburg hat kürzlich einem queeren Paar aus der Türkei – zwei Journalist*innen – den Asylantrag abgelehnt. Diese Entscheidung ist willkürlich, rechtswidrig und widerspricht dem Geist der Menschenrechte. Muss dieses Paar tatsächlich erst zurück in die Türkei, Gewalt erleiden oder gar ermordet werden, damit ihre Angst ernst genommen wird?
Wir fragen das BAMF: Ist die LGBTQ+-Community in der Türkei Ihrer Meinung nach wirklich sicher?
Zahlreiche Berichte internationaler Menschenrechtsorganisationen dokumentieren das Gegenteil. Trotzdem wird vielen queeren Geflüchteten aus der Türkei der Schutz in Deutschland verweigert – aus bürokratischem Zynismus oder politischem Kalkül.
Die BAMF-Entscheidung ist weder wohlwollend noch gerecht. Sie ist ein Akt der Ignoranz gegenüber einer verfolgten Minderheit. Es ist höchste Zeit, dass diese Praxis überdacht und gestoppt wird. Das Leben und die Würde von LGBTQ+-Geflüchteten stehen auf dem Spiel.


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