Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) in Deutschland lehnt zunehmend die Asylanträge von trans Frauen und LGBTI+ Personen aus der Türkei ab – mit Begründungen, die falsch, verzerrt oder potenziell lebensgefährlich sind. Es handelt sich nicht mehr um Einzelfehler, sondern um ein systematisches Wegsehen und eine institutionalisierte Blindheit. Heute decken wir diese Lügen auf – namentlich, mit Belegen und Begründungen. Dieser Bericht ist eine Warnung. An Bürokrat*innen, die mit Leben spielen, und an alle, die durch ihr Schweigen mitschuldig werden.
❌ LÜGE 1: „LGBTI+ Personen können in der Türkei frei leben“
WAHRHEIT: Der staatliche Druck auf LGBTI+ Personen in der Türkei nimmt täglich zu. Pride-Paraden werden verboten, LGBTI+ Vereine geschlossen, queere Personen offen ins Visier genommen. Die Existenz von LGBTI+ wird als „unmoralische Perversion“ diffamiert. 2023 wurden allein in Istanbul dutzende LGBTI+ Aktivist*innen festgenommen. Polizeigewalt ist dokumentiert.
➡️ Das BAMF ignoriert diese Tatsachen und bringt das Leben von Geflüchteten in Gefahr.
❌ LÜGE 2: „Trans Frauen haben Zugang zu Hormonbehandlungen in der Türkei“
WAHRHEIT: Diese Behauptung ist eine Schreibtischfantasie ohne jede Recherche. Hormonpräparate sind selbst mit Rezept in vielen Teilen der Türkei kaum erhältlich. Die staatliche Krankenversicherung SGK übernimmt keine Kosten. Ärzt*innen stigmatisieren trans Personen als „psychisch gestört“ und verweigern die Behandlung. Viele trans Frauen werden eingesperrt, ausgegrenzt oder offen diskriminiert.
➡️ Das BAMF tut so, als gäbe es Hilfe – und leugnet damit die Verzweiflung von trans Menschen. Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
❌ LÜGE 3: „Soziale Ausgrenzung ist individuell, nicht systematisch“
WAHRHEIT: Die Ausgrenzung von LGBTI+ in der Türkei ist nicht nur sozial, sondern auch institutionell. Staatliche Einrichtungen, Bildungssystem, Gesundheits- und Sicherheitsbehörden ignorieren, bedrohen oder diskriminieren LGBTI+ Personen strukturell. Trans Frauen können keine Arbeit finden, keine Wohnung mieten, kein sicheres Leben führen. Es gibt zahlreiche Berichte über trans Frauen, die von der Polizei geschlagen oder in die Zwangsprostitution gedrängt wurden. Hassverbrechen bleiben unbestraft, die Täter*innen werden freigelassen.
➡️ Das ist systematische Unterdrückung. Dass das BAMF es als Einzelfälle darstellt, ist eine Verzerrung der Wahrheit.
Diese Entscheidungen sind nicht nur „Ablehnungen“. Es sind bewusste Entscheidungen, Menschen dem Tod preiszugeben.
Die Begründungen des BAMF zu Asylanträgen aus der Türkei basieren entweder auf Unwissenheit, politischem Kalkül oder einer tiefsitzenden Feindseligkeit gegenüber LGBTI+ Menschen.
Egal aus welchem Grund: Diese Aussagen verdrehen die Realität, verletzen Menschenrechte und untergraben das Recht auf Schutz.
UNSER AUFRUF AN DIE ÖFFENTLICHKEIT:
Wir fordern die BAMF-Verantwortlichen auf, ihre Entscheidungen zu überdenken.
Wir rufen die Medien auf, diese Lügen sichtbar zu machen.
Wir appellieren an NGOs, nicht länger zu schweigen.
Wir fordern Abgeordnete auf, parlamentarische Anfragen zu stellen.
Und wir laden die Vereinten Nationen sowie europäische Institutionen zu dringenden Gesprächen ein.
Wir werden die Lügen des BAMF weiter aufdecken.
Denn diese Lügen zerstören queere Leben.
Denn Leben sind Realität.


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